Sonntag, 2. November 2008

Der Hausbau beginnt

Der Blog wurde nicht etwa vernachlässigt, da ich nichts mehr zu schreiben habe, sondern wir haben mit Ania, der Schwangerschaft, dem neuen Job, dem Bau etc. einfach wahnsinnig viel um die Ohren. Am Samstag 18. Oktober hat unser neustes Abenteuer so richtig begonnen: SPATENSTICH zum Bau unsere Hauses (respektive zementieren der ersten Stützmauer)



In der ersten Mauer wird dabei traditionellerweise auch gerade richtig "Geld verlocht". Unter die erste Mauer wird nämlich ein Säckchen mit ein paar Münzen eingemauert, das soll dafür sorgen, dass in diesem Haus das Geld nie fehlen wird - hoffentlich stimmts.....

Wenn das Haus fertig ist, soll es dann etwas so dastehen (die ersten/letzten Änderungen wurden schon vorgenommen):

Die vollständigen Pläne habe ich schon an einige Interessierte verschickt, wenn es noch mehr "Gwundernasen" oder Architekten hat, die sich für mexikanische Plan-/Bautechniken interessieren, geb ich sie gerne per Mail durch.

Mittlerweile sind sie schon zwei Wochen am Bauen und der Fortschritt ist gewaltig - muss er auch sein, dann das Haus soll Mitte Januar fertig sein. Obwohl das Haus am Hang steht, das Dach auf 12m über der Strasse aufhört und es kaum Platz hat, fehlt der in der Schweiz obligate Kran und die armen Arbeiten schlappen Kessel mit Zement, Arnierungeisen, Backsteine etc. alles auf dem Rücken an seinen Platz, die Baustelle wäre ein echter Horror für die SUVA!





Es gibt viele Geschichten zum Bau zu erzählen, zum Beispiel von unserem "muchacho", der den Bau bewacht. Nachdem er nächtelang auf dem Boden und ohne Dach über dem Kopf auf unserer Baustelle übernachtet hat, um Diebstähle zu vermeiden, hat es Reneé nicht mehr ausgehalten und dem Architekt den Auftrag gegeben, ihm wenigsten eine Plastikplache zu kaufen, damit er mindestens etwas vor der Kälte geschützt ist.... Da wird einem wieder bewusst, dass es für viele Menschen in Mexiko keine Selbstverständlichkeit ist, ein Dach über dem Kopf und jeden Tag etwas zu Essen zu haben, geschweige denn ein Haus wie unseres zu bauen.

Donnerstag, 31. Juli 2008

30 Jahre Lukas

Als erstes möchte ich mich bei allen Lesern bedanken, die mir Glückwünsche zum 30igsten Geburtstag zukommen liessen. Ich habe an meinem Geburtstag von einem meiner Ferientage Gebrauch gemacht, die ich ja laut Arbeitsvertrag gar noch nicht hätte, mir mein Chef aber aus Goodwill zugestanden hat. Mein Wunsch an Reneé war kein Geschenk (habe ich dann trotzdem erhalten), sondern eine Überraschung, aber keine Überraschungsparty.

Der Tag begann wie schon lange nicht mehr, ich durfte ausschlafen! Ich bin es mir aber mittlerweile so gewöhnt früh aufzustehen, dass ich gar nicht mehr ausschlafen konnte... Danach gabs leckeres Frühstück, in „salsa roja“ gebadete Spiegeleier auf Schinken und einem Toast. Das erste Highlight war der Besuch beim Ultraschall-Spezialist, den uns Reneé’s Frauenarzt verschrieben hatte, da dieser einen besseren Ultraschall-Apparat hat. Die Qualität und Schärfe der Bilder waren einmalig, mittlerweile hat das Baby richtig Form angenommen und es bewegte sich auf und ab. Leider kamen die Fotos nicht so gut raus und das Geschlecht unseres Babys (7.5cm lang) liess sich noch nicht erkennen.

Danach gingen wir ins Shoppingzenter, das Geburtstagsgeschenk meiner Eltern auslesen. Anstelle der Fussballschuhe habe ich mir dann aber Joggingschuhe „schenken lassen“, es war gerade Sommer-Ausverkauf und es gab 50% Rabatt. Mit diesen top Laufschuhen werde ich das nächste 10K-Rennen sicher 5 Minuten schneller laufen.... Um die Zeit zu zweit geniessen zu können, haben wir Ania bei den Grosseltern abgeliefert und sind dann in die Plaza Nautica, einem Steg voller Restaurants an einem kleinen Stausee, nachtessen gegangen. Bis wir wegen des kühlen Winds fast eingefroren sind, haben wir das Nachtessen, die Margaritas mit Gurkensaft, die frische Luft und das Beisammensein genossen, danach die erste Nacht ohne Ania im Haus. Es war definitiv ein schöner und gemütlicher Geburtstag, das eigentliche Highlight folgte aber dann am Wochenende.

Während ich am Samstagmorgen auf Ania aufgepasst habe, hat Reneé alles Notwendige für die eigentliche Überraschung gepackt. Schnell wurde mir klar, dass es sich bei der Überraschung wohl um einen Wochenendtrip handeln würde, wir haben den (sehr geräumigen) Kofferraum unsers Vans kurzerhand mit Gepäck gefüllt. Nach 2 Stunden Fahrt (1 davon nach dem Weg fragend) sind wir dann im Hotel „La Muralla angekommen. Begrüsst wurden wir von einer Gruppo „revolucionarios“. Da es sich um einen Hotel mit dem Thema der Mexikansichen Revolution handelt und alles darauf ausgerichtet ist, wurden wir auch kurzerhand umgetauft (Lukas=Teodomiro, Reneé=Macaria, Ania=Hugolina). Neben Tours in und um das Hotel (zu Beginn „Hacienda“/Ranch einer Französischen Familie, dann Quartier der Revolutionäre, dann Psychi, dann Schule, heute Hotel) gabs Räubergeschichten aus der Revolutionszeit, Lagerfeuer, Wettbewerbe am Pool, Reitausflüge etc. Obwohl das Essen ziemlich übel war, haben wir die zwei Tage voll genossen, Ania hat vor allem das „Gigampfi“ und das Reiten gefallen (obwohl sie dabei in meinen Armen eingeschlafen ist), für uns war die Ruhe in der Mexikansichen Pampa gerade recht gekommen. Hier noch einige Eindrücke:







Merci Reneé für diese 3 schönen Tage!

Sonntag, 6. Juli 2008

Carrera Imagen Banamex

Ich habs geschafft! Heute Sonntag Morgen bin ich seit den Sponsorenläufen mit dem Unihockey und dem Derendinger Abendlauf vor Jahrzehnten erstmals wieder ein Rennen gelaufen. Angemeldet hatte ich mich zusammen mit einigen Arbeitskollegen vor einer Woche (Banamex hatte als Hauptsponsor ein paar Startplätze zu vergeben), trainiert 1 Mal letzten Mittwoch Morgen (25 Minuten). Am Samstag musste ich Startnummer und Zeitchip fassen und heute Morgen um 8:00 Uhr in der Früh startbereit sein. Ich ging das Rennen als absolut Letzter an (einer unserer Laufkollegen war noch auf dem WC..) und habe mich dann immer weiter nach vorne gearbeitet. Es war ein richtiges Erlebnis, inmitten von 1500 anderen Läufern Querétaro einmal anderes als mit dem Auto zu erleben. Start und Ziel waren mitten in der Altstadt, die Laufrute führte uns über 10 Kilometer rund herum uns Zentrum von Querétaro, mit einem kurzen (aber heftigem) Anstieg zum "Tanque". Die Ortskundigen können sich auf dem Stadtplan orientieren:



Trotz fehlendem Training habe ich mich super gefühlt und bin nie an meine physischen Grenzen gestossen. Mit einem regelmässigen Rythmus und einen Schlussspurt im 10. Kilometer habe ich es vom letzten Platz aus unter die besten 50% geschafft, Rang 617 schaute heraus, hätte auch mehr dringelegen, aber mein Ziel war 1. durchzukommen, 2. immer zu laufen, 3. unter einer Stunde im Ziel zu sein. Die Details zu meiner Leistung (Kilometerschnitt, weitere Zielfotos etc.) gibts auf diesem Link, einfach nach Zeit 0:54:32 suchen.



Unterstützt wurde ich von der ganzen Familie Romero, inkl. Tante, Cousin und Grossmutter und natürlich von Reneé, Ania und dem weiteren Nachwuchs. Mit so einer Motivation im Rücken läuft es sich einfach leichter!

Sonntag, 11. Mai 2008

Die ersten Zähne

Endlich haben wir es geschafft, dass sich Ania ruhig hielt und wir ihre 2 ersten Zähne fotografieren konnten. Das Durchstossen der Zähne war ein echter "Chrampf" für Ania. Zwar biss sie schon lange auf allem rum, das sie fand, sie hat aber zusätzlich noch damit begonnen, ihren Mund wie verrückt an allem zu reiben. Dann kam das Weinen, sie hat schlecht geschlafen und sogar Fieder hatte sie 3 Mal in der Nacht. Als die beiden ersten Schneidezähne im Unterkiefer dann endgültig herausstiessen, war alles wie im Flug vorbei. Jetzt ist es im Gegenzug richtig schmerzhaft für uns, wenn einem Ania in den Finger beisst. Reneé hat mittlerweile aus demselben Grund mit dem Stillen aufgehört. Ania sieht richtig süss aus mit ihren 2 Zähnchen:



Heute hat unsere Kleine erste Anzeichen für weiteres Zahnen gezeigt. Sie reibt ihren Kiefer wieder wie verrückt an allem, was in die Nähe ihres Mundes kommt, diesmal am liebsten Mamis Kinn...

Montag, 21. April 2008

Ashes and Snow

Wir waren letztes Wochenende wieder mal in México D.F. und haben es diesmal an die vor einiger Zeit beschriebene Foto und Video-Ausstellung von Gregory Colbert geschafft. Ich schreibe bald ein bisschen mehr, es war fantastisch. Zur Einstimmung ein Video:



Eigentlich wollte ich ein paar Details zur Ausstellung veröffentlichen. Da es aber schon wieder eine Weile her ist, erzähl ich euch nur noch kurz, wie wir es geschafft haben, hineinzukommen, ohne studenlang zu warten. Das erste Mal als wir dort waren, war es den Securitas egal, dass wir ein erst wenige Monate altes Baby dabei hatten und wir hätten wie alle anderen stundenlang (das ist nicht übertrieben!) in der Sonne warten müssen, worauf wir wir damals nicht rein gingen. So sind wir dieses Mal noch einen Schritt weiter gegangen und haben zusätzlich Reneé's Grossmutter eingeladen, die im Rollstuhl sitzt. Auf diese Weise gabs zwar immer noch Diskussionen mit den Securitas (Behinderte können ohne warten rein, aber nur mit einer Begleitperson blablabla), aber schlussendlich liessen sie uns an der Menschenschlange vorbei und es hat sich absolut gelohnt, es war eindrucksvoll zu sehen, in welcher Harmonie die Menschen und Tiere fotografiert wurden! Falls die Austellung zufälligerweise Mal in die Nähe der Schweiz kommt, dürft ihr euch das nicht entgehen lassen!

Donnerstag, 17. April 2008

6 Monate Ania

Vor einer Woche hat Ania ihren 6-monatigen Geburtstag gefeiert. Ich könnte einen ganzen Blog über sie füllen, lasse aber für einmal die Bilder sprechen. Reneé hat eine Collage mit einigen Bildern gemacht, die ich euch nicht vorenthalten will (mit einem Klick auf das Bild lässt es sich vergrössern).




Ps. Mittlerweile hat Ania ihr erstes Angebot als Fotomodell erhalten, allerdings für die Promotion eines Hochstuhls zum essen. Da sie noch nicht lange alleine sitzen kann und das Fotoshooting stundenlang gedauert hätte, haben wir dankend abgelehnt. Stolz sind wir trotzdem ;-)

Montag, 14. April 2008

ise32.exe Virus auf dem Compi

So, meine Blog-Pause war lang genug. Sie war bedingt durch den Besuch meiner Eltern und Chrigu aus der Schweiz, dem damit verbundenen Reisen, der Hochzeit/Taufe etc. Über all das schreib ich dann auch mal, sobald es mir mein neuer Job zulässt.

Vorgestern habe ich mir die Fotos der Taufe via USB-Stick vom Compi meiner Schwiegereltern auf meinen geladen. Kurz darauf hat mir meine Firewall gemeldet, dass eine Anwendung mit dem Namen "ise32.exe" via verschiedenste Programme (Firefox, IE, Skype) auf das Internet zugreifen will. Da mir das und vor allem der Speicherort der Anwendung unter c:\recycler ein Bisschen suspekt vorkamen, habe ich mal danach gegoogelt und musste feststellen, dass sich bei mir ein Trojaner eingeschlichen hatte. Dabei handelt sich laut der Seite www.prevx.com um eine Spyware, also einen Virus, der meine Adressbücher, Telefonnummern, Passwörter etc. auspioniert und per Internet weiterschickt. Er wurde erstmals Ende März in Holland entdeckt, übertragen wird er über die Autorun-Funktion von USB-Sticks, der Computer wird also infiziert, sobald ein infizierter USB-Stick angeschlossen wird. Leider hat mein Virenprogramm (Avast, eigentlich eine gute und kostenlose Lösung) diesen Virus nicht erkannt und auch im Internet waren zwar Beschriebe des Virus, aber keine Anleitungen zur Entfernung zu finden. So habe ich mich halt eine ganz Nacht lang damit herumgeschlagen, was ich nun machen kann, um ihn wieder loszuwerden, das Internet konnte ich aber wegen des Virus nicht auf meinem Compi, sondern nur auf dem Ipod touch nutzen, was mit der Zeit auch nicht so benutzerfreundlich war. Schlussendlich kam ich auf die Seite von Virscan.org, wo ersichtlich war, dass gerade 1 von 36 getesteten Virenscannern (Antivir) diesen Virus erkennt und beseitigt.

Der Rest war einfach, aber erneut zeitaufwändig: Auf dem Compi der Schwiegereltern die Sofware von Antivir herunterladen (legal und mit gratis Testlizenz), auf CD brennen (den Weg via USB habe ich diesmal weggelassen, da ihr Computer mit Sicherheit auch infiziert ist) , installieren und 2 mal laufen lassen und damit scheint der Virus definitiv beseitigt zu sein. Die Moral der Geschichte: Passt auf, wo ihr euren Stick überall so reinsteckt, Ansteckungsgefahr gibt es immer.....

Ps. Danke an die Leute von Avira, habt einen guten Job gemacht!