Freitag, 23. November 2007

Familienauto

Seit ich mit der Arbeit begonnen habe, haben wir festgestellt, dass hier für eine Familie ein Zweitauto einfach ein Muss ist. Der ÖV funktioniert zwischen den Städten mittels Bussen super (obwohl ich immer noch den Zug bevorzuge, ist der Konfort in den 1. Klass Bussen sehr hoch). Das lokale Bussystem hier in Querétrao ist aber nicht gerade benutzerfreundlich. Der Bus hält zwar etwa 300 Meter von unserem Haus entfernt (jede Strassenecke ist eine Bushaltstelle, man winkt einfach den Bus), aber sobald man z.b. auf eine andere Linie umsteigen muss, einen Zeitplan einhalten muss oder mit dem Kinderwagen unterwegs ist, wird es kompliziert und mühsam.

So haben wir letzten Sonntag den "Auto-märit" besucht. Leider habe ich kein Foto gemacht, aber es ist eindrucksvoll, was für ein Angebot man dort vorfindet. Es hat hunderte von Autos, die zum Verkauf stehen, die Auswahl ist einfach riesig, was es für den Käufer einfach macht, die Autos zu vergleichen und einen guten Preis auszuhandeln. Das Angebot übersteigt nämlich die Nachfrage meines Erachtens bei weitem, ein richtiger Käufermarkt also. Bei den Autos handelt es sich sehr häufig um importierte SUV's, Pick-up's und Van's aus den USA, die älter sind als 1998 (in Mexiko dürfen nur Autos importiert werden, die mehr als 10 jährig sind). Dies scheint immer noch ein Geschäft zu sein, vor allem weil die Autos in besserem Zustand sind als die mexikanischen (bessere Strassen, regelmässiger Service, Originalteile bei Reparaturen). Diese importieren Autos werden "Chocolates" genannt, die Leute die sie kaufen, importieren und weiterverkaufen "Coyotes".

Wir haben uns für einen Chocolate-Familenvan entschieden, in dem auch eine grosse Familie drin Platz hat (7 Personen). Marke Dodge (wie Chrysler), Modell Gran Caravan SE (wie Voyager), Jahrgang 1998, weiss, Motor 3l V6 (halt amerikanisch, zum Glück ist das Benzin nicht so teuer), fast alles elektrisch verstellbar, 150'000! Meilen (sollen noch viel viel mehr machen, mal schauen...), Preis, ca. 4300 Franken, was anständig ist. Hoffentlich haben wir diesmal mehr Glück beim Autokauf als bei unserem lieben Nissan Platina.....




Montag, 19. November 2007

back to work

Ich musste feststellen, dass ein Blog halt doch eher Einweg-Kommunikation ist und da meine Idee mit der Einbindung der Leserschaft mittels Kommentaren nur schlecht funktioniert hat, nehm ich mir die Zeit, um ein Bisschen von unserem Leben zu schreiben. Vielleicht interessiert es ja auch schlicht niemanden, für mich ist das Blogschreiben aber wie ein Tagebuch und es macht mir eigentlich Spass.

Nach gut 5 Monaten Zügel-, Schwangerschafts- und Vaterschaftsferien hiess es für mich letzten Freitag 16.11.07 morgens aufstehen, frühstücken und zur Arbeit fahren. Ich habe eine Stelle als Berater im Private Banking bei der Bank Santander hier in Querétaro gefunden. Santander - in der Schweiz eher wenig bekannt, aber eine der grössten Banken Europas und weltweit in den Top 10 - hat eine sehr starke Position hier in Mexiko und in ganz Lateinamerika. Das Private Banking ist hier im Gegensatz zur Schweiz noch etwas sehr exklusives und dies macht meinen Job noch viel interessanter, aber auch herausfordernder. Die Ziele und Erwartungen an den "Suizo" sind hoch, die Mentalität kam mir eher amerikanisch vor, im Stil "hire und fire". Die Banken haben in Mexiko in der Arbeitswelt einen besonderen Stellenwert. Sie zahlen überdurchschnittlich gut (allerdings stärker erfolgsabhängig als in der Schweiz), haben super Lohnnebenleistungen (z.B. private Krankenversicherung, 15 Tage Ferien pro Jahr, nur 5 Arbeitstage pro Woche) und auch das soziale Ansehen als Privatebanker ist höher als in der Schweiz, wo man oft so ein "Bänkeler" ist. Das witzige ist, dass Santander die erste Bank war, bei der ich mich gemeldet habe (weil sie am besten gelegen ist, 5 Minuten von uns zu Hause entfernt) und ich mich schliesslich auch aus diesem Grund für sie entschieden habe, obwohl ich mehrere Angebote hatte.

Für Reneé und Ania bedeutet dies, dass der Papi Lukas nun einiges weniger zu Hause ist. Ich hoffe sie können die neuen "Freiheiten" auch ein bisschen geniessen! Es wird sicher für uns alle komisch. Reneé hat sich jetzt fast perfekt vom Kaiserschnitt erholt, Ania geht es gut, auch wenn sie sehr oft speit und erbricht, weshalb wir einige Tests von Ihrem Magen machen lassen müssen, um auszuschliessen, dass es sich um ein ernsthaftes Problem des Magenverschlusses handelt. Wir gehen oft mit ihr raus spazieren, zu Freunden oder auf auf kleine Exkursionen wie zu den "Gigantes de Tula" letzten Samstag. Ihr gefällt es super im Babybjörn oder im Kinderwagen und sie schläft fast die ganze Zeit, wenn wir auswärts sind.