Nachdem in der Schweiz die Unternehmenssteuerreform angenommen wurde, nehme ich dies als Anlass, auch mal ein bisschen von den Steuern in Mexiko zu erzählen.
Ich schreibe über dieses Thema, im Bewusstsein, dass ich weder Steuerexperte bin, noch Anspruch auf Richtigkeit meiner Angaben erhebe.
Auf Anfang dieses Jahres wurden in Mexiko nach langem Streit im Parlament eine umfassende Steuerreform (teilweise) eingeführt.
1. IETU (Impuesto Empresarial a Tasa Única, deutsch: Unternehmenssteuer zu einem einheitlichen Satz): Bisher war es in Mexiko für Unternehmen recht einfach, die (steuerlich massgebenden) Gewinne durch verschiedenste Abzüge zu „optimieren“ und so massiv Steuern zu sparen. Mit dieser neuen Steuer - die nur zur Anwendung kommt, sofern sie höher ausfällt als die bisherige Steuer auf den Gewinn (ISR) – werden die Aktiva der Firma besteuert (Flat-Tax zu Steuersatz von 16.5%), ohne die Möglichkeit wie bei bisher Löhne, Abschreibungen etc. abzuziehen.
2. IDE (Impuesto a los Depósitos en Efectivo, deutsch: Steuer auf Bareinzahlungen): Diese Steuer ist zwar vorgesehen, aber noch nicht eingeführt. Sie soll dazu dienen, die vielen Personen, welche bisher keine Einkommenssteuern zahlen (z.B. illegal Angestellte oder Selbständigerwerbende, die keine/wenige Rechnungen austellen) zu bestrafen. Dabei werden in Zukunft bei Bareinzahlungen am Bankschalter, deren Summe monatlich grösser als MXN 25'000 ist (ca. CHF 2’500), 2% Quellensteuer abgezogen. Diese Steuer trifft aber nicht nur die wenig vermögende Gesellschaftsschicht, sondern im grossen Stil auch selbständige Ärzte, die riesige Beträge nicht fakturieren und am Fiskus vorbeischleusen. Hier trifft es auch uns Anlageberater, denn Ärzte sind wie in der Schweiz eine sehr lukrative Kundengruppe! Wie der Staat allerdings die Umsetzung kontrollieren will (div. Konti auf verschiedenen Banken) ist mir ein Rätsel.
Daneben wurden auch noch die Anhebung der Mineralölsteuer eingeführt, was wir im eigenen Portemonnaie spüren. Monatlich werden die (staatlich kontrollierten) Benzinpreise um 2 Centavos angehoben. Dieses Geld kommt den Bundesstaaten zu Gute, was aus meiner Sicht begrüssenswert ist. Mindestens hier in Querétaro sieht man, wohin das Geld fliesst (viiiieeeel Infrastruktur).
Uns Angestellten wird dem Lohn die ISR (Impuesto sobre Renta) direkt dem Lohn angezogen, also analog der Quellenbesteuerung bei Ausländern in der Schweiz. Dieser Steuersatz hängt stark vom Einkommen ab und beträgt inklusiv den Sozialversicherungsbeiträgen maximal rund 30%. Mir werden für die ISR 17% direkt dem Lohn abgezwackt, hat allerdings den Vorteil, dass daneben nur noch die Mehrwertsteuer zu entrichten ist (15%). Gestern war in der NZZ zu lesen, dass Mexiko in der OECD zu den Ländern mit der tiefsten Einkommenssteuerbelastung auf dem Durchschnittseinkommen zählt (leider liegt das Durchschnittseinkommen hier so tief, dass ich überhaupt nicht davon profitiere, sondern prozentual sogar höhere Einkommenssteuern zahle, als dies in der Schweiz der Fall war).
Weitere Infos unter:
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