Montag, 20. August 2007

Hurrikan Dean

Das aktuellste Thema in Mexiko (und in vielen Nachrichtensendungen der Welt) ist zur Zeit ganz klar der Hurrikan "Dean", der nach dem Überqueren mehreren Karibikinseln nun weiter an Stärke zunimmt und wohl als Hurrikan der Kategorie 5 auf Mexiko (Halbinsel Yukatan, mit Cancun, Cozumel, Isla Mujeres etc.) treffen wird. Ein Hurrikan bringt dabei nicht nur menschliches Leiden mit sich, sondern ist auch wirtschaftlich eine Katastrophe. Wie schlimm so ein Sturm für Mexiko treffen kann wird klar, wenn man sich die Bedeutung des Tourismus in Mexiko anschaut: Jährlich kommen fast 20 Mio. Touristen nach Mexiko, davon 75% in die Region von Cancun (Quelle: Mexiko-Lexikon). Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen Mexikos und ca. 1.8. Mio Arbeitsplätze hängen davon ab.

In der Nacht vom 21. auf den 22. September 2003, also Reneé und ich noch in Cabo San Lucas (Baja California Sur) zu Hause waren, wurde Cabo vom Hurrikan "Marty" getroffen (bereits der 2. dieser Saison). Er war "nur" von Kategorie 2, hatte uns aber damals in Angst und Schrecken versetzt. Am Tag zuvor, als langsam klar wurde, dass der Hurrikan immer näher kam, wurden wir von den Behörden aufgefordert, die letzten Einkäufe zu machen, die Fenster mit Klebeband abzukleben (aus Angst vor herumfliegenden Glassplittern) und wir haben noch alle verfügbaren Behälter mit Wasser gefüllt und das Auto getankt (das war eine Warterei!). Die Touristen waren bereits vorher evakuiert worden. Wie wurden Zeugen, wie der Wind und Regen stetig zunahmen, die Stromversorgung in der Stadt langsam zusammenbrach und man ausser dem Wind nichts mehr hören konnte. Es war richtig angsteinflössend. am konnte nicht mehr sehen und wir hatten das Gefühl, dass uns die Fenster um die Ohren fliegen würden. Das Beeindruckenste war dann, als es plötzlich still wurde und der Wind aufhörte. Wir waren für etwas 10 Minuten im Auge des Hurrikans, es war irgendwie beängstigend ruhig, dann gings wieder los, diesmal mit dem Wind von der anderen Seite. Es starben gesamthaft 12 Personen und es entstanden Schäden von 50 Mio. USD. Die Schäden in Cabo selbst waren vor allem materiell und konnten relativ schnell behoben werden. Wir hatten für 2 Tage kein Strom und Wasser (ein Bisschen ausserhalb gings wesentlich länger), viele (Natur)strassen mussten repariert werden, die Touristen (ausser meine Eltern...) blieben mehrheitlich aus. Eine solche Erfahrung möchte ich nicht mehr mitmachen!

Wir hoffen das beste für Yukatan!

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