Obwohl Querétaro eine Millionenstadt ist, bleibt es irgendwie Provinz. So sind viele Sachen hier nicht oder nur überteuert erhältlich. Dies und Reneé’s Lust Ihre Cousinen und Freunde wieder mal zu besuchen, hat uns dazu veranlasst, ein Wochenende in México D.F. (Distrito Federal = Bundesdistrikt = Mexiko Stadt) zu verbringen. Reneé fuhr am Freitag Morgen mit dem Bus in die 200 km entfernte Hauptstadt, ich mit dem Auto nach der Arbeit (habe den Nachmittag frei gekriegt, zum Glück wissen sie nicht, dass ich kurz vor dem Künden stehe...). Es war das erste Mal, dass ich alleine mit dem Auto in Mexiko City unterwegs war (ausser einigen kurzen Distanzen). Ich war zwar nervös, aber es ging alles gut, ich habe mich nicht verfahren und kann mit Stolz behaupten, dass ich meine Fahrtaufe in Mexiko mit Bravour bestanden habe! Ich glaub das schreib ich von nun an sogar in meinem Lebenslauf, unter „besondere Leistungen“.....
Das Erste, was in Mexiko jeweils aufällt, ist das Verkehrschaos. Die Leute haben sich aber mittlerweile so gut daran gewöhnt, stundenlang in Stau zu stehen, dass das Hupkonzert ausbleibt und überraschenderweise eine gewisse Gleichgültigkeit herrscht. Da tägliche Staus völlig normal sind, haben sich die fliegenden Händler darauf eingestellt und so wird mitten auf der dreispurigen Stadtautobahn (Periférico) alles verkauft, was man halt so brauchen kann (Wasser, Süssigkeiten, Snacks, Prepaid-karten für Natel etc.). In allen Situationen ans Geschäftemachen zu denken, gehört sicherlich zu den bewunderswerten Eigenschaften der Mexikaner.

Am Samstag gings dann ins historische Zentrum, aus dem neuerdings die tausenden von Strassenverkäufern vertrieben wurden (sie sind einige Strassen weitergezogen). Dies hat das Zentrum eindeutig aufgewertet und sicherer gemacht. Man sieht viel mehr und man hat mehr Platz zum gehen, was vor allem mit einem Baby angenehm ist. Wir sind zur Strasse mit den Taufartikeln gegangen und haben uns mit Allem eingedeckt, was und noch zur Taufe und Hochzeit vom 29. März gefehlt hat. Im Zentrum sind interessanterweise alle Läden mit ähnlichen Artikeln in der gleichen Strasse zu finden, was äusserst zeitsparend ist. So existiert die Strasse, in der fast ausschliesslich Veloläden anzutreffen sind (war ein guter Tip von Chavi), die Möbelstrasse, die Musikstrasse, die Hochzeitsstrasse, die Kunststrasse etc. Die Nähe bedeute für diese Läden also nicht vorrangig zusätzliche Konkurrenz, sondern vor allem Nähe zur Kundschaft.
Auf dem
Zócalo (Stadtplatz von Mexiko, einer einer der weltweit grössten) wollten wir dann noch die Fotoausstellung „
ashes and snow“ von Gregory Colbert anschauen, die in Mexiko für einen gewaltigen Besucheransturm geführt hatte. Leider war dies auch an diesem Samstag nicht anders und so haben wir uns dazu entscheiden, anstelle 2 Stunden bei 30° Grad in der Sonne (und mit Ania im Baby Björn) zu warten, besser bei guter Aussicht ein Bierchen zu trinken. Das Video der Ausstellung kann man übrigens illegal an den umliegenden Ständen kaufen – auch das ist Mexiko!

Der Rest ist schnell erzählt: Freunde, Familie und Bekannte besuchen. Dabei gibt es die interessante Geschichte zu berichten, dass sich herausgestellt hat, dass Reneé’s alter Freund Adrián (Stifi und Bäntz kennen ihn von der Hochzeit), den wir kurz sahen, Cousin einer unseren neuen Freunde in Querétaro ist. So klein ist Mexiko (nur gut 100 Millionen Einwohner)!
Ahh, etwas sehr wichtiges hab ich noch gemacht. Ich hab mir natürlich das Sonntagsspiel meiner
Pumas im Estadio CU (Olympiastadion von 1968) nicht entgehen lassen. Sie (nicht wir) haben zwar 0:3 auf den Sack gekriegt, war aber trotzdem gut, wieder mal ins Stadion zu gehen.